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Künstliche Intelligenz @ FHNW – Digitale Kompetenzen für die Hochschullehre

Künstliche Intelligenz (KI) verändert den Rahmen, in welchem digitale Kompetenzen im Hochschulalltag eingesetzt werden: Arbeits- und Lernumgebungen werden schneller, komplexer und weniger durchschaubar.

Die Erweiterung der Digital Skills Map um den Fokus KI greift diese Veränderungen auf: bestehende Kompetenzen bleiben bestehen, müssen aber im Umgang mit KI neu angewendet, reflektiert und verantwortungsvoll gestaltet werden. Dabei beschreibt die Map kein Anforderungsprofil, sondern zeigt Möglichkeiten für die individuelle Weiterentwicklung auf.

Die Digital Skills Map der FHNW besteht aus sechs Digital Skills Areas und deckt ein breites Spektrum von miteinander verbundenen Digital Skills ab. Sie wurde auf der Grundlage des Jisc Digital Capability Frameworks (CC BY-NC-SA) erarbeitet.

Die Digital Skills Map schafft Orientierung in einem breiten Feld von Digital Skills, die für die wirkungsvolle Arbeit in einem zunehmend digitalisierten Lehr- und Lernumfeld erforderlich sind. Sie unterstützt die Selbsteinschätzung und ermöglicht den systematischen Zugang zu Lernressourcen, Tools und Angeboten zur Entwicklung und Stärkung der Digital Skills.

Die sechs Digital Skills Areas sind:

KI ist heute in vielen Anwendungen integriert, sei es offensichtlich oder im Hintergrund. Um das volle Potenzial dieser KI-unterstützten Anwendungen auszuschöpfen und KI-Anwendungen verantwortungsbewusst zu nutzen, ist ein grundlegendes Verständnis ihrer Funktionsweise notwendig. Dazu gehört die Bereitschaft, KI-Anwendungen aktiv zu erkunden und auszuprobieren.

Kompetenz in der Nutzung von IT-Geräten und Anwendungen umfasst:

  • … zu wissen, welche Anwendungen KI unterstützt sind, KI-Anwendungen zu nutzen und den Einsatz der KI-Anwendung passend erklären zu können.
  • … mit der Bedienung von KI-Anwendungen der FHNW sowie Richtlinien und Merkblätter der FHNW zu KI vertraut zu sein.
  • … KI-Anwendungen beratend, unterstützend, zur Steigerung der Effizienz, gemeinsam lernend und zur Inspiration einzusetzen.
  • … oft verwendete Begrifflichkeiten, Grundprinzipien und Techniken von KI zu kennen und KI-Anwendungen aktiv zu erkunden und auszuprobieren, um die Möglichkeiten und Grenzen von Künstlicher Intelligenz realistisch einschätzen zu können.
  • … sich regelmässig über Entwicklungen zum Thema Künstliche Intelligenz zu informieren und zu reflektieren, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die eigene Arbeit, den Bildungsbereich und die Gesellschaft haben können.
  • … einfache Probleme mit KI-Anwendungen zu recherchieren und diese selbstständig zu lösen.
  • … KI-Ansprechpartner*innen der FHNW und der Hochschulen und ihre jeweilige Expertise zu kennen und kompetente Hilfe in Anspruch zu nehmen.

KI hat den Umgang mit Daten verändert, indem Muster und Kategorien effizient analysiert und Informationen automatisiert generiert werden können. Diese Beschleunigung birgt viel Potenzial und bringt gleichzeigt die Herausforderungen mit sich, KI-generierte Informationen bezüglich ihrer Qualität und Herkunft zu beurteilen und adäquat in die Entscheidungsfindung einfliessen zu lassen.

Die Kompetenz, mit digitalen Daten umzugehen, umfasst:

  • … KI-Anwendungen zur Unterstützung der Datenerhebung, Datenvorbereitung und Datenbereitstellung einzusetzen.
  • … KI-Anwendungen zu nutzen, um Daten zu vergleichen, gegenüberzustellen, Berechnungen anzustellen, und Trends und Themen in einem eng definierten Kontext abzuleiten.
  • … bei der Verwendung von Daten für das Training von KI-Modellen ethische Prinzipien, Datenschutzrichtlinien und Urheberrechte der Daten einzuhalten, um Datenschutzverletzungen, Diskriminierung und rechtliche Konsequenzen zu vermeiden und das Vertrauen in die Technologie zu gewährleisten.
  • … Daten verantwortungsvoll in KI-Modelle einzugeben, d.h. Datenschutz, Urheberrechte und ethische Richtlinien einzuhalten, um die Speicherung oder die Rekonstruktion vertraulicher oder geschützter Informationen zu verhindern.

Die Kompetenz, im digitalen Umfeld mit Informationen und Medien umzugehen, umfasst:

  • … KI-Anwendungen als Werkzeug für die Recherche und Informationsbeschaffung zu nutzen.
  • … KI-generierte Informationen kritisch zu hinterfragen und zu bewerten, indem man mögliche «Halluzinationen» (von Fakten und Quellen), Verzerrungen oder Diskriminierung durch fehlerhafte oder einseitige Trainingsdaten, manipulierte Inhalte (Fake News, Deepfakes, Profitorientierung) erkennt.
  • … Limitationen der KI-Systeme hinsichtlich der realistischen Einschätzung von Kontext, Bedeutung und der Anwendung von Menschenverstand zu berücksichtigen.
  • … KI-generierte Informationen in den Kontext emotionaler, moralischer oder ethischer Überlegungen zu stellen und auf dieser Grundlage sowohl rationale (kognitive) als auch emotionale (affektive) Argumente zu formulieren, um Schlussfolgerungen aus KI-generierten Informationen nachvollziehbar zu begründen.
  • … KI-generierte Informationen mit Angaben über die verwendeten KI-Anwendungen und -Modelle, zugrunde liegenden Trainingsdaten und Quellen zu versehen, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit zur Herkunft der Informationen zu gewährleisten.

KI ist in Bezug auf Verarbeitung, interdisziplinäre Verknüpfung und Anwendung von Wissen viel schneller und effizienter als der Mensch und bietet deshalb grosse kreative Potenziale im Bereich der Problemlösung und Ideengenerierung. Besondere Beachtung muss der Qualität, der Transparenz und dem Urheberrecht der mit KI erstellten Produkte, Lösungen und Ideen geschenkt werden.

Kompetenz in der digitalen Produktion umfasst:

  • … bestehende digitale Medieninhalte und Materialien mittels KI-Anwendungen zielgerichtet zu kombinieren und dabei verantwortungsvoll vorzugehen. Dazu gehört auch KI-generierte Medieninhalte mit Angaben über die verwendeten KI-Modelle und Quellen zu versehen, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Herkunft zu gewährleisten.
  • … passende digitale Produkte für verschiedene Kontexte mit KI-Anwendungen zu konzipieren und zu erstellen. Dazu gehört KI-generierte Medieninhalte mit Angaben über die verwendeten KI-Modelle und Quellen zu versehen, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Herkunft zu gewährleisten.
  • … eigene digitale Medieninhalte und Materialien wirksam vor unlauterem Gebrauch in KI-Anwendungen zu schützen.

Kompetenz in der digitalen Problemlösung umfasst:

  • … passende KI-Anwendungen und -Modelle zu nutzen, um Problemstellungen des Berufsalltags zu begegnen und mittels KI mögliche Lösungsideen zu entwickeln.
  • … Modelle für maschinelles Lernen (ML) kritisch reflektiert zur Lösung von Problemen oder Beantwortung von Fragen, einzusetzen, unter Berücksichtigung von ethischen und datenschutzrechtlichen Fragestellungen. Dazu gehört klare Leitlinien für die transparente Nutzung aufzustellen, um einen verantwortungsvollen Umgang zu ermöglichen.
  • … Ergebnisse in digitaler Form aus Wissenschaft und Forschung als Ressourcen auf einer KI-unterstützten Plattform passend zusammentragen zu lassen, um den Forschungsstand effizient zu erheben und die eigene Fragestellung zu schärfen.

Kompetenz digitale Innovationen zu schaffen umfasst:

  • … Probleme und Herausforderungen bei der Anwendung digitaler Technologien im eigenen Arbeitsfeld zu identifizieren und neue Lösungen mithilfe von KI-Anwendungen auszuprobieren.
  • … zukünftige Einsatzmöglichkeiten von KI zu identifizieren, kritisch zu beurteilen und im eigenen Arbeitsumfeld auszuprobieren.
  • … Erfahrungen im Einsatz von KI-Anwendungen im eigenen Arbeitsfeld zu teilen.

KI kann digitale Inhalte zugänglicher machen und den Austausch effizienter gestalten, durch ihre Fähigkeit, automatisiert grosse Datenmengen schnell zu analysieren und zu verarbeiten. Dabei ist es wichtig in Kommunikation und Zusammenarbeit, auf einen transparenten Einsatz von KI zu achten.

Kompetenz in digitaler Kommunikation umfasst:

  • … mit KI-Anwendungen die eigene Kommunikation anzupassen, um wirkungsvoller auf unterschiedlichen digitalen Kanälen, Medien und Plattformen zu kommunizieren.
  • … mit KI-Anwendungen die eigene Kommunikation unterschiedlichen Zielgruppen und unterschiedlichen Zwecken anzupassen.
  • … mit KI-Anwendungen Vorschläge für die Kommunikation in unterschiedlichen Kontexten mit unterschiedlichen kulturellen, sozialen und kommunikativen Gepflogenheiten zu erhalten.
  • … mit KI-Anwendungen die Kommunikations- und Teilhabemöglichkeiten der Kommunikationspartner*innen zu optimieren.
  • … transparent über den Einsatz von KI-Anwendungen in der Kommunikation zu informieren und ggf. Alternativen anzubieten.

Kompetenz in digitaler Kollaboration umfasst:

  • … KI-gestützte digitale Kollaborationswerkzeuge (z.B. zur effizienteren Wissenskonstruktion und Konzeptentwicklung) zu nutzen und transparent über den Einsatz von KI zu informieren und ggf. Alternativen anzubieten.

Kompetenz in digitaler Partizipation umfasst:

  • … sich in digitalen Netzwerken situationsgerecht über KI bezogene Themen auszutauschen, auch über Sichtweisen, die von den eigenen abweichen. Dazu gehören das Wissen, die Fertigkeiten und innere Haltung, um empathisch auch andere Perspektiven in Bezug auf KI und damit verbundene Fragestellungen aufzugreifen und dazu zu kommunizieren.
  • … zu prüfen, wie die digitalen Plattformen und Netzwerke, über die eine Veröffentlichung erfolgen soll, die Materialien bezüglich des unlauteren Gebrauchs in KI-Anwendungen schützen.

KI eröffnet neue Möglichkeiten in der Lehre und verändert die Rahmenbedingungen (z.B. in Prüfungssituationen) fundamental. Lehr-Lern-Szenarien müssen neu gestaltet werden; Lehrende müssen KI sinnvoll nutzen und einsetzen, und Lernende zum kritischen, chancenorientierten Umgang befähigen. Dafür braucht es technisches Verständnis, didaktisches Gespür und eine offene, lernbereite Haltung, die in der Lehre vorgelebt und vermittelt wird.

Die Kompetenz, im digitalen Umfeld zu lernen, umfasst:

  • … sich mit KI und den Veränderungen durch KI auseinanderzusetzen und dabei eine neugierige, offene und kritische Haltung einzunehmen.
  • … Angebote der FHNW zu nutzen, um die eigenen KI-Kompetenzen zu stärken.
  • … KI-Anwendungen für die Reflektion der eigenen Lern-/Lehr- und Beurteilungspraktiken zu nutzen, um Feedback über das gewählte Vorgehen oder über das eigene Entscheidungsverhalten zu gewinnen.
  • … sich nicht von der Fülle an KI-Neuigkeiten überwältigen zu lassen, sich gezielt einzugrenzen und die eigenen Zeitressourcen aufgrund eines Verständnisses für dessen Chancen und Herausforderungen zu gestalten.

Die Kompetenz, im digitalen Umfeld zu lehren, umfasst:

  • … bei der Planung, Gestaltung und Überprüfung von Lehre KI sinnvoll zu nutzen und einzusetzen.
  • … die Lernenden darin zu fördern, KI-bedingte Veränderungen für sich selbst, ihr direktes Umfeld sowie für die Gesellschaft und Wirtschaft antizipieren und mitgestalten zu können (z.B. KI Grundlagenwissen, kritisches Denken, Problemlösungsfähigkeit).
  • … einschätzen zu können, wie KI heute oder künftig in der zu prüfenden Leistung eingesetzt wird und ob somit zusätzlich der verantwortungsvolle Umgang mit KI zu prüfen ist (z.B. aus ethischen, datenschutzrechtlichen und diversitätssensiblen Perspektiven).
  • … Lernende anzuleiten, KI-Anwendungen und -Modelle zur individuellen Unterstützung des Lernens zu nutzen und ihre Lernaktivitäten entsprechend zu organisieren, zu planen und zu reflektieren (z.B. Einsatz eines AI-Tutors).
  • … bei der Beschaffung und Entwicklung von Lernressourcen mit Unterstützung von KI, verständlichere, personalisierte oder vielfältiger aufbereitete Materialien bereitzustellen und den Einsatz von KI transparent zu machen.
  • … Feedback und reflektierte Erfahrungen mit KI im Lernen und Lehren zu sammeln und in geeigneten Formaten zu vermitteln.

KI verändert die Strukturen und Abläufe der digitalisierten (Arbeits-)Welt massgeblich – etwa durch höhere Geschwindigkeit, Automatisierung, Undurchsichtigkeit und erweiterte Reichweite. Dadurch entstehen neue Verantwortungen für Wohlbefinden, Gesundheit, Umwelt und Sicherheit. Deshalb ist es wichtiger denn je, diese Veränderungen zu verstehen, kritisch zu reflektieren und geeignete Strategien zu entwickeln.

Der kompetente Umgang mit digitalen Identitäten umfasst:

  • … seine digitale Repräsentation mit KI-bezogenen Themen, eigenen KI-Kompetenzen und Interessen zu bereichern.
  • … beim Einsatz von KI achtsam mit Identitäten von anderen Menschen und Organisationen umzugehen.

Kompetenz in Bezug auf Gesundheit und Wohlbefinden im digitalen Umfeld umfasst:

  • … sich der Auswirkungen der eigenen Arbeit mit KI und einer Arbeitswelt mit KI auf die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden bewusst zu sein und verantwortungsvoll zu handeln.
  • … sich der Auswirkungen der eigenen Arbeit mit KI und einer Arbeitswelt mit KI auf die Gesundheit und das Wohlbefinden anderer Menschen bewusst zu sein und verantwortungsvoll zu handeln.
  • … bezüglich der Auswirkungen der Arbeit mit KI auf die Umwelt verantwortungsvoll zu handeln.

Kompetenz in Bezug auf Sicherheit im digitalen Umfeld umfasst:

  • … im Umgang mit KI den Datenschutz und das Urheberrecht zu gewährleisten, KI-bezogene Sicherheitsprobleme (z.B. Impersonation, KI-gestütztes Phishing, etc.) zu erkennen und zu vermeiden und die relevanten KI-Gesetze sowie FHNW Richtlinien zu KI einzuhalten.

Über die Entstehung des Orientierungsrahmens:

Der Orientierungsrahmen wurde im Teilprojekt «Digital Skills @ FHNW» des strategischen Entwicklungsschwerpunktes «Hochschullehre 2025» mit Vertreter*innen aller neun Hochschulen der FHNW entwickelt. Grundlage bildete das «Digital Capabilities Framework – Teacher role profile (Higher education)» der britischen gemeinnützigen Organisation JISC. Das Framework steht unter der Creative-Commons-Lizenz «CC BY-NC-SA 4.0»

Im ersten Quartal 2025 wurde der Orientierungsrahmen der FHNW für digitale Kompetenzen in der Hochschullehre um einen gezielten Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI) ergänzt. Diese Weiterentwicklung wurde im Projekt «Digital Competencies to the Next Level» vorgenommen, dass von swissuniversities im Rahmen des Programms «Open Education & Digital Competencies (PgB 2025-2028)» mit einem Beitrag für das Jahr 2025 gefördert wird. Der Projektantrag wurde in Kooperation mit dem Vizerektorat Lehre der Universität Basel eingereicht. Der Orientierungsrahmen wird von Expertinnen und Experten der FHNW laufend weiterentwickelt.

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW

Zarah Feth

Digital Skills @ FHNW

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